Gedenkfeier in Rudolfsgnad von Stjepan A. Seder

September 2007 - Fenster-Vojvodina  

Herausgeber
Deutscher Verein für
gute nachbarschaftliche
Beziehungen KARLOWITZ
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In Rudolfsgnad wurde am Mittwoch den 29. August eine Gedenkfeier unschuldigen Opfern des Konzentrationslagers für Deutsche in der Nachkriegszeit gehalten. Über 12.000 Gefangene starben infolge von Krankheiten, Hunger und Kälte, hauptsächlich Ältere, Frauen und Kinder.

Die Gedenkfeier wird traditionsgemäß vom Herrn Lorenz Baron, ehemaliger Bewohner und Gefangener des Konzentrationslagers in Rudolfsgnade, von der Vereinigung der ehemaligen Gefangenen dieses Konzentrationslagers und seitens der Gemeinde aus Knicanin abgehalten.

An der Gedenkfeier nehmen Vertreter der deutschen und der österreichischen Botschaft teil. Vertreter des Ausführungsrates der Wojwodina und der Gemeinde Zrenjanin sind auch gegenwärtig. An der Gedenkfeier nimmt auch Herr Hans Supritz, Stellvertreter des Donauschwäbischen Dachverbandes, mit seiner Mutter und Ehefrau teil.

Mehrere Dutzend Menschen waren ebenfalls bei dieser Gedenkfeier zugegen. Sie stammen hauptsächlich aus Deutschland, ehemalige Bewohner der Nachbarschaftsorte bzw. ehemalige Überlebende des Konzentrationslagers. Viele kommen aus der Wojwodina, fast ausschließlich Angehörige der deutschen Nationalminderheit. Auch die Vertreter des Deutschen Vereins für gute nachbarschaftliche Beziehungen KARLOWITZ, Sremski Karlovci, und die des Deutschen Vereins Betschkerek, Zrenjanin, nehmen teil. Sie kamen um an die unschuldigen Opfer zu gedenken.

Herr Lorenz Baron begrüßte die Anwesenden und bedankte sich für ihren Besuch. Herr Hans Supritz, ehemaliger Gefangener des Konzentrationslagers in Backi Jarak, wandte sich ebenfalls an die Anwesenden und erinnerte mit gewählter Wortwahl an all das Schrecken der ehemaligen Konzentrationslager, er sprach auch in der Hoffnung, dass diese Tage längst der Vergangenheit angehören, und dass wir uns der Zukunft und der jungen Generation widmen sollen. An Hand der Beispiele der ehemaligen Konzentrationslager müssen wir unsere Jugend zur Toleranz und Menschlichkeit erziehen.

Die Messe hat Herr Jakob Pfeifer, Pfarrer aus Odzak, im Andenken an alle Verstorbenen dieses Konzentrationslagers gehalten. Nach der Messe waren die Anwesenden zur Einweihung des Neuaufgestellten Denkmales in unmittelbarer Nähe der Kapelle eingeladen. Das Denkmal weihte Pfarrer Jakob Pfeifer ein und hinterher wurden Kränze beigelegt. Das Denkmal ist in der nähe des Massengrabes, in dem mehr als drei Tausend verstorbene Gefangene
des Konzentrationslagers beerdigt liegen, aufgestellt worden.

Nach der Gedenkfeier und der Denkmaleinweihung haben die Anwesenden das Denkmal für Opfer des Konzentrationslagers besucht, am Ort unweit des
Dorfes selbst.

Aus Platzmangel werden auf dem örtlichen Friedhof seit 1946 keine Beerdigungen mehr durchgeführt. Die Führung des Konzentrationslagers entschied, dass das Beerdigen auf dem leichten Hügel neben dem Dorf fortgesetzt wird. An dieser Stelle, Bodenfläche ca. 3.500 m², wurden über acht Tausend verstorbene Häftlinge des Konzentrationslagers beerdigt.

Vor dem Denkmal wandte sich Prof. dr. Zoran Ziletic an die Anwesenden und erinnerte an die Aktivitäten, bei denen er persönlich teilgenommen hat, bei der Denkmalaufstellung. Nach der Rede des Herrn Ziletic haben die Vertreter der Gemeinde alle Anwesenden ins Kulturheim zum Mittagessen eingeladen, wo ein kulturelles Unterhaltungsprogramm der Vereinigung der kulturellen Künstlerfreunde aufgeführt wird.