Lagerlied

Lagerlied aus Rudolfsgnad


(Nach der Melodie "Unter Erlen steht ´ne Mühle")


An der Theiß da liegt ein Dörflein, Rudolfsgnad wird es genannt,
wo so viele Frau´n und Kinder in das Lager sind verbannt.

Traurig sitzen wir und weinen, denken an den Mann zurück.
Wird die Sonn´noch für uns scheinen, ob uns blüht nochmal das Glück?

Viele Kinder sind verloren, haben keine Eltern mehr,
wären lieber nicht geboren, für sie ist ´s unendlich schwer!

Weil nach Rußland in die Ferne sind die Mütter fortgeschleppt.
Doch die Kinder hätten alle mit den Eltern gern gelebt!

Vatger läßt die Tränen fließen, Mutter weinet um ihr Kind,
können´s Leben nicht genießen, weil sie voneinander sind.

Alle Deutschen müssen leiden, warum, wissen wir selbst nicht,
mußten voneinander scheiden, wenn dabei das Herz auch bricht.

Lieber Gott, sei uns doch gnädig, schenk uns eine bess´re Zeit,
danken wollen wir Dir ewig, wenn Du uns einstmals befreist!

Ob der harten Schicksalsschläge wir hier alle klagen nicht
und wir tragen tapfer weiter, was Du, Herrgott, uns auch schickst.

Doch wir beten, stündlich um ein frohes Wiedersehen.
Ist´s auf Erden uns nicht möglich, wird´s im Himmel dann geschehn!

Autor unbekannt

Rudolfsgnader Lagerlied von Lazarfelder Frauen

Im Südbanat, da liegt ein Dörflein
Rudolfsgnad wird es genannt.
Dort wo so viele Frau'n und Kinder
in das Lager sind verbannt.

Die armen Kinder weinten bitter,
litten große Hungersnot.
Im süßen Traum sind sie gewesen,
sagten: Mutter gib mir Brot.

Viele Menschen sind gestorben
nur durch Hunger und aus Not.
Der Tod hat viele mitgerissen,
manch junges Leben ließ man dort.

Mancher Soldat kehrt' in die Heimat,
fand keine Frau und Kinder mehr.
Manch arme Mutter ließ ihr Leben,
sah ihren geliebten Sohn nicht mehr.

Von Lazarfeld mußten wir scheiden,
der Abschied fiel uns gar so schwer,
weil wir die vielgeliebte Heimat
im Leben sah'n und nimmer mehr.

 

Der Text stammt von den Frauen des Lagers Rudolfsgnad und wurde nach der Melodie 'blaue Augen, blonde Haare' bzw. 'Martha, Martha, du entschwandest' gesungen.

Dieser Text wurde von Susanne Anton geb. Wolf geb. in Lazarfeld geschickt.