Diese Seiten sind meiner Großmutter Maria geb. Guldner *1911 +1999, meinem Onkel Michael Wittmann *1931 +1981, meiner Mutter Magdalena geb. Wittmann *1935 gewidmet, die Rudolsgnad überlebten und von denen erzählen konnten, die nicht zurückkehrten.

Soviele Opfer es gibt, soviele Geschichten gibt es auch, die es verdienen erzählt zu werden. Hier soll all den Opfern eine Stimme gegeben werden....., die ihrer Vergangenheit, ihrer Würde, ihrer Menschlichkeit, ihrer Hoffnungen, ihrer Träume oder ihrer Zukunft beraubt wurden!

Indem Sie schweigen, schreien sie.

 von Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

 

Die Deutschen waren  als einzige Minorität in Jugoslawien vogelfrei. Kein Recht schützte sie, nachdem ihre Eliminierung 1943 durch die Partisanenführung in Jajce in Bosnien beschlossen worden war. (Gesetze sind bis heute noch in Kraft - siehe Avnoj [http://www.rudolfsgnad-banat.de/das-lager/avnoj-beschluesse ] Die Tragödie des donauschwäbischen Volksstammes spielte sich ab, als längst alle Waffen schwiegen. Sie wurde von den demokratischen Mächten des Westens, die gegen Unrecht und für Humanität in den Krieg gezogen waren, nicht zur Kenntnis genommen.

Noch viel schlimmer für die Überlebenden aber ist, daß diese vor über sechzig Jahren auf grausamste Weise in Jugoslawien durchgeführte ethnische Säuberung in Deutschland weithin unbekannt ist oder bewußt tabuisiert wird. Während die schrecklichen Bilder von Vergewaltigung, Mord und ethnischer Säuberung  in Bosnien heute den Menschen in der Bundesrepublik über das Fernsehen in die Wohnstuben geliefert werden, wird das Schicksal, das die Deutschen in Jugoslawien vor über sechzig Jahren erlitten, weder von deutschen Politikern noch von den deutschen Medien erwähnt!

Auch wenn die Geschichtsschreibung heute von unseren sogenannten Balkanexperten ganz anderes betrieben wird - "weiß ich was ich erlebt habe" - Zitat einer Zeitzeugin, die "Rudolfsgnad" als Kind überlebt hat!

Auch meine Mutter hat Rudolfsgnad überlebt. Sie kehrte aus dem Lager und der anschließenden Zwangsarbeit zurück, heiratete meinen Vater und setzte mich in die Welt. Dann begann für Sie die Zeit des Schweigens, wie für soviele, die diesen Völkermord überlebten. Als gäbe es für das Schlimmste was Menschen anderen Menschen angetan haben keine Worte. Oder war es die Scham den tausenden Opfern gegenüber, die in den Lagern starben, "zu den wenigen zu gehören," die überlebten.

Die Verantwortung bleibt an all das zu Erinnern, nicht nur an die dunkle Vergangenheit, sondern auch daran wie man sich ihr stellte.

Der Name Rudolfsgnad ist seitens der Partisanenführung im Oktober 1944 offiziell gelöscht worden. Von diesem Zeitpunkt an hat der Ort aufgehört als deutsche Gemeinde zu bestehen. "Der Geruch des furchtbaren Grauens aber wird für immer bleiben!"