Die Friedhofskapelle - kurze Chronik über den Wiederaufbau

Bild von Jovica Stevic

Josef Kirchner, einer der Gründer Rudolfsgnads im Jahre 1866, erbaut die Kapelle um 1880 im neugotischen Stil. Die Gruft unter der Kapelle dient seiner Familie als Grabstätte. Sein Sohn Franz Kirchner verfügt, dass die Kapelle nach seinem Tode der Gemeinde überschrieben werde. Er kommt 1945 im Lager Kathreinfeld um. Die Kapelle übersteht zwei Weltkriege.

Von April 1945 bis März 1948 ist Rudolfsgnad als "Civilni Logor mit Sonderstatus" das größte Massenvernichtungslager in Tito-Jugoslawien. Bis Februar 1946 werden ca. 3000 Tote aus dem Lager an der Kapelle vorbeigetragen und in der Nordostecke des Friedhofs verscharrt. In der Folgezeit bis zur Auflösung des Lagers werden weitere ca. 9000 Tote auf die südlich vom Ort gelegene Teletschka gefahren.

 

Chronik Wiederaufbau der Friedhofskapelle

In der Zeit von 1945 bis 2001 verfällt die Kapelle zur Ruine. 1967 nimmt Lorenz Baron erste Kontakte zur Ortsverwaltung Knicanin auf. Sein Anliegen: Wiederherstellung der Friedhofskapelle. Mehrere Vorstöße in dieser Richtung schlagen in den folgenden Jahren fehl.

Im Jahr 1997 findet in Rudolfsgnad auf dem Friedhof und auf der Teletschka erstmals eine offizielle Feier zum Gedenken an die Lagertoten statt.  Initiator ist die Gesellschaft für serbisch-deutsche Zusammenarbeit unter dem Vorsitz von Professor Dr. Zoran Ziletic aus Belgrad.

Im Jahr 2000 gelingt es den Sekretär der Ortsverwaltung von Knicanin, Sruboljub Stoikovic für die Idee einer Gedächtnisstätte zu gewinnen. Er beantragt und erhält die Baugenehmigung  zur Restaurierung der Friedhofskapelle. Im Juli 2001 wird der Vertag zum Wiederaufbau der Kapelle abgeschlossen. Die Fertigstellung erfolgt im Oktober 2001 und die Einweihung erfolgt durch Erzdechant Jakob Pfeifer aus Hodschag unter der Schirmherrschaft vom damaligen badenwürttembergischen Ministerpräsident Erwin Teufel

2001 erfolgt die offizielle Zuteilung von einem Hektar Land für die Gedenkstätte Teletschka (als Friedhof eingetragen, zur Nutznießung erhalten). In der Zwischenzeit ist auch ein Gedenkkreuz auf der Teletschka entstanden. An das Gedenkkreuz angrenzend wurden Stelen aufgestellt, auf denen Ortsgemeinschaften ihre Todeszahlen eingravieren lassen können.

 

Donauschwäbische Passion

Das Triptychon "Donauschwäbische Passion" wurde von dem Künstler Professor Robert Hammerstiel (* 1933 in Werschetz) geschaffen und für die Friedhofskapelle in Rudolfsgnad gestiftet.

Bilder von Jovica Stevic

Professor Robert Hammerstiel

Professor Robert Hammerstiel wurde 1933 in Werschetz geboren.

Die Jahre von 1944-194 verbrachte er im Internierungslager, 1947 gelang die Flucht nach Österreich.